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Sylvia Deloy | Das Glück ist zum Greifen da

by Aileen
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Es ist doch immer ein tolles Gefühl, ein Buch in den Händen zu halten, das noch gar nicht veröffentlicht wurde. Wenn es dann auch noch von so einer sympathischen Autorin wie Sylvia Deloy ist, erst recht!
Heute erscheint das Buch offiziell und da nutze ich doch gleich die Gelegenheit, euch davon zu berichten.

Meine Bewertung: ★★★★☆

Handlung

Ana Abovicz hat die Hoffnung fast schon aufgegeben: Als Serbin ist sie auf eine Festanstellung angewiesen, um mit ihren beiden Zwillingen in Deutschland bleiben zu dürfen. Doch obwohl sie ihr Produktdesignstudium erfolgreich abgeschlossen hat, bekommt sie auf keine ihrer Bewerbungen eine positive Rückmeldung.

Als sie tatsächlich abgeschoben werden soll, versucht sie, den Vater ihrer Zwillinge zu finden, der Deutscher ist und somit auch den Zwillingen eine deutsche Staatsangehörigkeit verschaffen könnte. Doch der Vater tourt als Hornist unter falschen Namen um die Welt und zeigt keinerlei Interesse an seinen Söhnen.

Ihre Freundin überzeugt sie davon, sich mit Tinder abzulenken, was ihr mehr oder weniger gut gelingt. Doch findet sie auch eine Lösung für ihr eigentliches Problem – in Deutschland bleiben zu dürfen?

Meine Meinung

Das Buch ist ein richtiger Wohlfühlroman mit sehr einzigartigen Charakteren.

Ana Abovicz ist studierte Produktdesignerin auf Jobsuche. Leider gestaltet sich diese gar nicht so einfach, was ich als Produktdesignerin durchaus bestätigen kann. Im Raum Köln, wo die Figur lebt, gibt es nicht viele gute Agenturen für Produktdesign bzw. Firmen mit Designabteilungen und direkt nach dem Studium ist es sowieso schwer, einen Job zu finden, wenn man nicht von einer der Top-Unis kommt.

Was ich sehr schade fand, ist, wie der Beruf eines Produktdesigners dargestellt wurde: Ein Arbeitsumfeld voller naiver Leute, die den ganzen Tag Smoothies trinken und im Bewerbungsgespräch eine Grafikdesignaufgabe stellen? Nicht sehr realistisch. Ich kenne viele verschiedene Agenturen, aber in allen hat man einen ziemlich anstrengenden Job, bei dem man an komplexen Projekten arbeitet. Mir geht dieses ganze „Im-Design-geht-es-nur-um-Styling-und-gute-Ideen“-Klischee sowieso schon sehr auf den Keks und hier ist es besonders übertrieben dargestellt worden. Dafür einen Stern Abzug.

Wie dem auch sei – die Geschichte war trotzdem toll! Das ganze hin und her zwischen Hoffnung, Angst und Verzweiflung kommt mir aus dem wahren Leben nur zu bekannt vor, obwohl ich zum Glück noch nie in der Situation war, kurz vor einer Abschiebung zu stehen. Ich finde es toll, dass Sylvia Deloy sich in ihrem Roman „Das Glück ist zum Greifen da“ an dieses Thema herangewagt hat.

Die Figuren konnten mich allesamt überzeugen. Jeder Charakter hatte seine eigene Persönlichkeit und Eigenarten und das, obwohl es wirklich viele Figuren im Buch gab. Ich hatte nie Probleme, die Personen auseinanderzuhalten. Obwohl jede Figur auf ihre Art und Weise besonders war, kamen mir die Charakterzüge keineswegs übertrieben vor.
Außerdem gab es Figuren aus wirklich jeder Altersgruppe. Das finde ich immer super, weil man so automatisch mindestens eine Person findet, die in einer ähnlichen Lebenslage steckt und mit der man sich schon allein dadurch besser identifizieren kann.

Ich werde sicherlich weitere Werke von Sylvia Deloy lesen, denn es hat mir wirklich Spaß gemacht, in diese Geschichte einzutauchen! „Das Glück ist zum Greifen da“ habe ich in Rekordzeit verschlungen.

Das Cover

Das Cover bringt die Leichtigkeit rüber, die man auch im Roman immer wieder zu spüren kriegt. Denn obwohl es um das sehr ernste Thema Abschiebung geht, haben Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Hoffnung auch sehr viel Präsenz in dem Roman.

Fazit

Es ist ein wirklich schöner Wohlfühlroman, den man sowohl zu dieser Jahreszeit mit Decke und Tee als auch im Sommer am Strand verschlingen kann.

Sylvia Deloy: Das Glück ist zum Greifen da
Verlag: Bastei Lübbe
351 Seiten
ISBN: 978-3-404-17921-3

mehr dazu auf der Seite des Verlags

Ich habe dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten – vielen Dank an Bastei Lübbe! 
Dennoch bleibt meine Meinung unverfälscht.

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